Gesellschaft im 21. Jahrhundert
Das postmoderne Zeitalter bringt nicht nur atemberaubende Erfindungen und technische Fortschritte mit sich. Vielmehr hat sich die Relation zwischen dem Einzelnen und seiner Umwelt bzw. seinen Mitmenschen erheblich verändert. Das Leben in der Informationsgesellschaft in der auf youtube jeder berühmt werden kann, bringt nicht nur Vorteile mit sich, sondern auch negative Erscheinungen. Es ist natürlich eine wacklige These zu behaupten, dass Burnout und Depressionen Phänomene sind, die erst in den letzten Jahrzehnten auftauchten. Jedoch ist es bezeichnend, dass Depressionen zu einer Volkskrankheit geworden sein.
Woran kann das also liegen? Zentrales Problem heute ist beispielsweise der Werteverfall bzw. die Änderung von traditionellen Werten. Das persönliche Glück steht auf Kosten anderer im Vordergrund. Es dominieren zunehmend Werte, die die persönliche Freiheit betonen, bei denen ein latenter Hedonismus mitschwingt sowie eudaimonistische Züge nicht unwesentlich sind. Der Trend, sich persönlich zu entfalten, führt zwangsläufig mit sich, dass man weniger Interesse an seiner Umwelt und der Natur an den Tag legt. Eine mangelnde Beteiligung an politischen Fragestellungen (Politikverdrossenheit) hängt außerdem damit zusammen, dass der einzelne das Gefühl hat, der Allgemeinheit ohnmächtig gegenüber zu stehen.
Kurzum: Der Mensch heute steht tagtäglich vor inneren Zerreißproben. Das persönliche Glück auf der einen Seite und gesellschaftliche Verpflichtungen auf der anderen Seite laufen teilweise diametral zuwider.
Immer up-to-date zu sein im Zeitalter der medialen Rasanz ist außerdem keine leichte Aufgabe im 21. Jahrhundert. Was heute noch „in“ ist, kann morgen wieder „out“ sein. Daraus ergibt sich auch eine gewisse Ellenbogenmentalität, die durch das Konkurrenzdenken der heutigen Gesellschaft begründet wird. Wer hat in einer sechzig – Stunden- Woche noch Zeit für Familie, Hobbys und sich selbst?
Der Trend geht immer Mehr dazu dass man sich selbst einfach mal eine kurze Auszeit von dem stressigen Alltag gönnt. Ob beim Power-Yoga, mit einem personal Trainer, am See, ber der Massage, im Schönheitssalon, man versucht sich ab und ab einfach mal selbst zu verwöhnen und dem Streß im Alltag zu entgleiten. Im 21. Jahrhundert geht auch mal der Mann zur Herrenkosmetik oder auch die Frau auf einen Outdoor-Trip, die Zeiten ändern sich eben.
Was kann der einzelne sonst noch tun, um heute noch in der Gesellschaft nicht unter zu gehen? Den Kindern erzählen sie sollen sich mehr mit realem Spielzeug beschäftigen und nicht nur vor dem Fernseher, Computer oder Spielekonsolen sitzen? Müssen wir ihnen dies nicht vorleben? Vor allem die Schulpädagogik kann hier viel leisten und den Kindern durch eine „media literacy“ einiges an Grundlagen der heutigen Gesellschaft vermitteln. Aber auch Religions- und Deutschunterricht können anhand problemorientierter Materialien und Diskussionen den Werteverfall innerhalb der pluralistischen Gesellschaft adäquat thematisieren.