Seit dem 11. September 2001 ist in der politischen Diskussion Europas und ebenso in aller Welt eines zentral: Die Angst vor dem Terrorismus. Beide Türme des World Trade Centers werden (so die offizielle Variante) durch Terrorangriffe zerstört, ebenso das Pentagon in Washington D.C. Die Welt steht unter Schock! Bushs Antwort: ein weltweiter Kampf gegen den Terrorismus wird eingeleitet. Präventivschläge, Sicherheitsvorkehrungen, Fight Terrorism – alles Schlagwörter, die uns in guter Erinnerung sind.
Politik heute ist vor allem durch ein Merkmal gezeichnet: Vielfältigkeit. Vielfältigkeit in Bezug auf weltweite Regierungsformen, weltweite Kriegsführung, Angst vor neuen Anschlägen. Weiterhin stellt sich die Frage, inwiefern die heutige Bevölkerung noch an ihre eigene politische Einflussnahme glaubt.
Wir haben deutsche Jugendliche gefragt, was sie von Politik halten. Markus (16, Schüler): „Politik ist schön und gut. Aber was wird für mich persönlich als Schüler getan? Noch bin ich ja nicht wahlberechtigt, aber ich bin mir nicht sicher, welche Partei ich wirklich wählen sollte.“
Auch Jennifer (19, Friseuse) zeigt sich verunsichert gegenüber politischen Machenschaften: „Der kleine Bürger wird nur gefragt, wenn es darum geht, was er bezahlen soll. Mich politisch zu engagieren, scheint wirklich keinen Sinn zu machen.“
Das sind nur wenige Beispiele von den Aussagen deutscher Jugendlicher: Fest steht: Die allgemeine Stimmung ist alarmierend. Die Shell-Jugendstudie stimmt diesen Veränderungen zu. Allein die Ergebnisse des Jahres 2002 sind frappierend: Nur 30% der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren würden sich als politisch interessiert bezeichnen.
Woran das liegt? Kritiker gehen davon aus, dass die Jugendlichen unter 18 sich von der Politik ausgeschlossen fühlen. Wenn es um ihre Interessen geht, fühlen sich sie nicht ernst genommen, sondern vernachlässigt. Weil Politiker in ihnen keine potentiellen Wähler sehen, werden sie von ihnen auch weniger angesprochen als Wahlberechtigte.
Trotz Politikverdrossenheit bleibt zu sagen, dass Jugendliche sich für weltweite Angelegenheiten, wie etwa den Terrorismus, dennoch nicht uninteressiert zeigen. So Julia (20, Studentin): „Auch wenn ich mich für politische Angelegenheiten in Deutschland nicht wirklich engagiere, verfolge ich die Geschehnisse dennoch auf internationaler Ebene. Es ist für mich selbstverständlich, die Entwicklungen des Terrors bzw. der Terrorgefahr und der damit verbundenen Schritte zu beobachten.“
Ob die Forderung vieler, das Wahlalter herunter zu setzen, für mehr Beteiligung sorgen würde, ist allerdings fraglich.
